Finanzierung und Steuerersparnis - das Finanzamt fördert mit!

Wann dürfen Unternehmen die Studienkosten ihrer Mitarbeiter als Aufwand verbuchen? Grundsätzlich kann ein Arbeitgeber jede Form der Weiterbildung eines Arbeitnehmers finanziell fördern und die Kosten hierfür als Personalaufwand verbuchen.

Wenn die Bildungsmaßnahmen im ganz überwiegenden betrieblichen Interesse liegen, kann er sogar dem Arbeitnehmer die Kosten hierfür steuerfrei erstatten oder diese direkt übernehmen. Das jedoch muss er dem Finanzamt gegenüber nachweisen. Akzeptierte Anhaltspunkte für "ein ganz überwiegendes Interesse des Arbeitgebers" an der Weiterbildung des Mitarbeiters seien, so Dr. Andres Schönhöft, Fachanwalt für Arbeitsrecht und Steuerrecht in Hamburg:

  1. Die Maßnahme erhöht die Einsatzfähigkeit des Arbeitnehmers im Betrieb des Arbeitgebers
    Beispiel: Eine Unternehmensberatung verspricht sich ein breiteres Einsatzfeld von ihrem Mitarbeiter, der seinen Abschluss Bachelor of Science mit dem MBA ergänzen will.
  2. Die Maßnahme liegt im Berufsfeld des Arbeitnehmers
    Beispiel: Ein Logistik-Sachbearbeiter strebt einen MBA-Abschluss mit Schwerpunkt Logistik an.
  3. Die aus der Fortbildung erworbenen Kenntnisse sind im Betreib des Arbeitgebers für gegenwärtig oder künftig geplante Änderungen der technischen Ausstattung oder ähnlich verwertbar
    Beispiel:
    Das Unternehmen soll in eine Holding umgewandelt werden, innerhalb derer der Leiter der Finanzbuchhaltung neue und anspruchsvollere betriebswirtschaftliche Aufgaben erhält.
  4. Die Teilnahme an der Bildungsmaßnahme wird zumindest teilweise auf die Arbeitszeit angerechnet
    Beispiel: Der Arbeitgeber stellt den Mitarbeiter einmal im Quartal am Donnerstag und Freitag für die Teilnahme an Wochenendseminaren frei.


Quelle: Personalwirtschaft. Magazin für Human Resources. Sonderheft 04/2011. Seite 14. www.personalwirtschaft.de


Zur grundsätzlich möglichen steuerlichen Berücksichtigung Ihrer Studienkosten im Rahmen Ihrer Einkommenssteuererklärung konsultieren Sie bitte Ihren Steuerberater.